Von KWS, Gesund und Fit, Gesundheit, 19.340 Views
»ICD 11 Jetzt!« Schnellere und bessere Hilfe für Kranke! Bundestagspetition ID 186702 jetzt mitzeichenbar
#Ludwigshafen am Rhein, 30. März 2026
»Jetzt brauche ich Euch alle!«
Schnelle und bessere Hilfe für kranke Menschen – das ist das Ziel des in #Recklinghausen (#NRW) geborenen, nun aber schon lange in #Ludwigshafen am Rhein lebenden Sozialarbeiters i. R. Burkhard Tomm Bub.
Erreichen will er dies mit einer #Bundestagspetition, die bereits am 16.09.2025 eingereicht wurde. Unterstützt wird er dabei vom Borreliose und FSME Bund Deutschland (#BFBD), Dr. Mark Benecke und weiteren Organisationen.
Ab dem 30. März 2026 kann diese #Petition nun endlich auch von jedermann unterzeichnet werden. Unabhängig von der Nationalität übrigens und unabhängig vom Wohnsitz und es gibt auch kein Mindestalter. Nur Name, Vorname, Anschrift und Unterschrift sind wichtig (beziehungsweise die Bestätigungsmail). Nach unerwartet langer Wartezeit ist die Prüfung des Ausschusses nun endlich abgeschlossen und der Direktlink ist live …
Was ist überhaupt eine #ICD?
Es handelt sich dabei um die internationale Klassifikation der Krankheiten durch die #Weltgesundheitsorganisation (#WHO).
Schon seit Januar 2022 ist die ICD 11, die 11. Revision dieser Klassifikation der Krankheiten, offiziell in Kraft. Sie wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt, um Krankheiten weltweit einheitlich zu kodieren, zu erfassen und zu behandeln. In über 35 Ländern ist die ICD 11 bereits implementiert – doch Deutschland gehört nicht dazu. Hierzulande gilt weiterhin die ICD 10, ein System aus den 1990er Jahren, das mit modernen medizinischen Erkenntnissen nur bedingt Schritt halten kann. Die Folge: Für viele Patientinnen und Patienten bedeutet das nicht nur bürokratische Hürden, sondern auch handfeste Nachteile in Diagnose, Therapie und sozialrechtlicher Anerkennung.
Während die ICD 10 noch stark symptomorientiert arbeitet, erlaubt die ICD 11 eine viel differenziertere Einordnung von Erkrankungen – inklusive neuer Kapitel etwa zu postviralen Syndromen, chronischen Infektionen oder komplexen psychischen Störungen. Der medizinische Fortschritt findet hier endlich auch in der Systematik statt.
Beispiel #Chronische #Borreliose
Insbesondere Menschen mit chronischer Borreliose oder Co Infektionen (zum Beispiel #Bartonellose, #Babesiose) blicken mit Hoffnung auf die ICD 11. Denn: Während ihre Beschwerden häufig massiv einschränkend sind – mit #Erschöpfung, #Gelenkschmerzen, neurologischen Symptomen – werden sie im bestehenden ICD 10 System oft unzureichend oder gar nicht abgebildet. In der ICD 11 hingegen findet sich nicht nur ein neuer Code für »persistierende Infektionen mit Borrelia burgdorferi« (1C1G.0), sondern auch eine differenziertere Erfassung anderer infektiöser Erreger, die bisher kaum eine Rolle spielten – darunter Babesien, Bartonellen und andere, teils durch Zecken übertragene #Pathogene. Die ICD 11 anerkennt, dass eine Infektion keineswegs immer mit dem Ende der antibiotischen #Therapie erledigt ist.
Auch psychische #Diagnosen differenzierter
Die Vorteile der ICD 11 beschränken sich keineswegs auf die Infektiologie. Auch im Bereich der psychischen Erkrankungen wurde überarbeitet, ergänzt und neu strukturiert. Diagnosen wie komplexe posttraumatische Belastungsstörung (»kPTBS«), #Zwangsspektrum Störungen oder auch neuroentwicklungsbedingte Störungen sind in der ICD 11 differenzierter dargestellt als je zuvor. Gerade für Patienten mit überlappenden Beschwerden – etwa bei Traumafolgestörungen und somatischen Erkrankungen – kann das entscheidend sein für eine passgenaue Therapie. Kurz gesagt: Die neue Klassifikation erkennt besser an, dass #Körper und #Psyche kein Schwarzweißsystem sind.
Dies sind nur 2 Beispiele für Krankheitsbereiche, die deutlich bessergestellt würden. Weitere sind ME/CFS, Long Covid, Seltene Erkrankungen und Chronische Schmerzstörungen. Auch die Anerkennung von LGBTQ – Menschen würde dadurch verbessert.
Die Folgen der Verzögerung
Die differenziertere Systematik der ICD 11 wäre für viele ein Befreiungsschlag. Doch solange Deutschland an der ICD 10 festhält, gelten diese Diagnosen hierzulande nicht. Das hat Folgen: Ärztliche Gutachten werden angezweifelt, Reha Maßnahmen abgelehnt, Therapien nicht übernommen. Viele Betroffene bleiben in einer rechtlichen Grauzone – medizinisch ernst zu nehmen, aber statistisch nicht existent.
Und es bleibt nicht bei medizinischen Hürden: Viele dieser Menschen »bluten« mit der Zeit nicht nur körperlich und seelisch, sondern auch finanziell aus. Private Ausgaben für Diagnostik, Spezialärzt:innen, alternative Behandlungen, nicht erstattete Medikamente oder juristische Verfahren zur Anerkennung der Erkrankung summieren sich – oft über Jahre. Währenddessen läuft das Erwerbsleben entweder auf Sparflamme oder kommt ganz zum Erliegen. Ohne offizielle Anerkennung durch eine aktualisierte ICD Klassifikation bleibt auch der Zugang zu Sozialleistungen erschwert oder unmöglich.
Die Gründe?
Das Bundesgesundheitsministerium begründet die Verzögerung mit dem notwendigen technischen und administrativen Aufwand – und verweist auf nationale Anpassungen.
Die Verbindlichkeit der ICD 11 soll zwar zum Ende der von der WHO gewährten Übergangsfrist 2027 eintreten – aber nur für Tote!
Lebende, leidende Menschen werden wohl noch »einige Jahre« warten müssen.
Verschiedentlich hört man, es solle eben alles mit »deutscher Gründlichkeit« und zukunftssicher vorbereitet werden.
Und es hätten nun mal viele Instanzen und Gremien mitzureden.
Selbsthilfegruppen betroffener Menschen finden hierfür allerdings ganz andere Vokabeln …
Doch die Leidtragenden dieser Verzögerung sind klar: es sind nicht etwa die Systeme, sondern die Menschen. Wer heute krank ist, braucht keine theoretische Anerkennung in 3 oder 4 Jahren. Sondern heute.
Fazit: Fortschritt auf dem Papier – aber nicht in der Praxis
Die ICD 11 ist ein wichtiger Schritt hin zu einem besseren Verständnis komplexer Krankheitsbilder. Doch solange ihre Umsetzung in Deutschland auf sich warten lässt, bleibt dieser Fortschritt Theorie. Für tausende Betroffene bedeutet das: weiter kämpfen, um ernst genommen zu werden – auf dem Rezeptblock, im Wartezimmer und vor Gericht.
Die Forderungen der Petition »ICD 11 Jetzt!«
»Es geht um Anerkennung, Versorgung und Gerechtigkeit für Millionen chronisch kranker Menschen. Die Petition will erreichen, dass die ICD 11 auch in Deutschland schnellstmöglich in Kraft gesetzt wird. Wenn möglich sollen Teile von ihr vorgezogen werden, um kranken Menschen zu helfen! Möglichst viele Menschen sollen sich mit ihrer ganzen Menschlichkeit und mit Engagement dafür einsetzen. Dies insbesondere, in den Institutionen, an die sich diese Petition direkt richtet. Dies sind das Bundesgesundheitsministerium, das »#BfArM« (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte), die AG ICD 11 (Arbeitsgruppe ICD 11) und der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages«, so heißt es wörtlich zu Beginn des Petitions Textes von Burkhard Tomm Bub, M. A., der mittlerweile auch Verbandsmitglied des #BFBD ist.
Anschließend wird noch ausführlich erläutert, dass auch #Krankenkassen, #Gesundheitsökonomie, #Forschung und #Wissenschaft, medizinische Fachgesellschaften, #Gesundheitspolitik, #Wirtschaft und #Arbeitswelt, sowie die IT Branche und Softwarebranche im Gesundheitswesen durchaus von der ICD 11 profitieren würden.
Somit kann man dem Vorhaben wohl nur viel Erfolg wünschen.
Die Hürden liegen allerdings sehr hoch. Ab dem ersten Zeichnungstag bleiben lediglich 6 Wochen, also 42 Tage um das sogenannte #Quorum (30.000 Zeichnungen) zu erreichen. Wenn dies gelingt, muss der Petitionsausschuss eine öffentliche Anhörung durchführen. Ansonsten kann man nur noch hoffen, dass das Anliegen in der #Politik trotzdem Beachtung findet.
Zu finden ist die Petition ID 186702 auch auf den Seiten des Petitionsausschusses oder über den Kontakt mit dem Petenten Tomm Bub, E Mail [email protected].
Private Initiative »#icd11jetzt«
Die Initiative »#icd11jetzt« ist eine #Kampagne und Petition im deutschsprachigen Raum, die sich für eine zeitnahe und korrekte Implementierung der 11. Revision der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD 11) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einsetzt.
