Home
Adressen
Chronik
Europe
Mariechenmarkt
Visit Gütersloh
Service
Foto: Archiv

KWS History: Stadtgeschichte Gütersloh – die Brennerei Altewischer

Von KWS, Karla-Wagner-Stiftung, KWS History, 4.695 Views

#KWS #History: #Stadtgeschichte #Gütersloh – die Brennerei Altewischer

  • Gütersloh verfügt über eine uralte Schnapstradition. Dazu gehörte auch die #Avenwedder #Brennerei #Altewischer, in der sich heute Eigentumswohnungen befinden.

#Gütersloh, 8. Juni 2026

Die wahrscheinlich bekannteste Brennerei in Avenwedde, #Altewischer, nahm ihre Produktion 1884 auf. 6 bis 8 Dauerbeschäftigte produzierten einen beliebten #Kornbrand – die #Schnäpse von Altewischer fanden in den 1950er Jahren bundesweiten Absatz.

Zur Produktpalette von Altewischer gehörte auch der »#Polhänser« und der damals geschätzte »#Bonnevie«, ein #Digestif, der dem Freund deftiger Speisen ein »gutes Leben« garantierte. Die #Brennerei wurde 1884 auf dem damaligen #Meierhof #Eusterfelhaus errichtet.

1910 wurde sie von Josef Schulte gekauft, 1951 trat Kurt Burbach als Geschäftsführer in die Firma ein. Nach seinem Tod 1973 war sein Sohn Roland als Geschäftsführer tätig.

Die langgestreckten Gebäude liegen noch heute unter hohen Bäumen versteckt. Auf der großen Hoffläche des nach einem Spezialerzeugnis auch »Pollhänser Brennerei« genannten Betriebs hat die Kapelle des Musikvereins damals ihre gutbesuchten sommerlichen #Platzkonzerte veranstaltet.

Eine interessante Anekdote aus der Geschichte der Avenwedder Brennerei ist der »#Ochsenfriedhof«. Als sich die Brennerei Altewischer damit befasst hatte, mit den #Rückständen der #Kornbrennerei #Ochsen zu mästen, war eines Tages ein #Friedhof für die Ochsen entstanden.

Eine #Tierseuche hatte sich eingeschlichen und den #Viehbestand der Brennerei stark dezimiert. Die verendeten #Tiere wurden auf dem erwähnten Stück Feld eingegraben, und der Volksmund prägte bald das treffende Wort »#Ossenkirkhoff«.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde zwischen den hohen Bäumen, die noch heute auf dem Brennereigelände stehen, ein #Behelfsheim für #Flüchtlinge errichtet. Als die Bewohner dieses Heims nach #Übersee auswanderten, wurde die #Baracke aber wieder abgebrochen.

1977 stellte Altewischer den »Echten Gütersloher«, einen nach westfälischer Art fein gebrannten 32 prozentigen #Weizenkorn, auf den Tisch. Der reine harmonische Geschmack wurde durch lange Holzfasslagerung in Fässern aus #Limousineiche erzielt.

Wenn man auch nicht beabsichtigte, dem »#Steinhäger« seinen Platz streitig zu machen, so sollten die Gütersloher ihr Licht jedenfalls nicht unter den #Scheffel stellen.

Die Produktpalette der 1970er Jahre umfasste alle möglichen #Spirituosen, die aus Korndestillat herzustellen waren: »Klarer Otto« (1975 mit der silbernen Preismünze der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft ausgezeichnet), #Pollhänser #Magenbitter, #Wacholder, Wacholder mit #Boonekamp, reiner Boonekamp, #Persico, #Apfelkorn und »#Aufgesetzter«.

1980 wurde die Brennerei schließlich nach fast 100 Jahren stillgelegt. Heute befinden sich in den Gebäuden Eigentumswohnungen. Das Projekt »Residenz Altewischer« umfasst 13 Wohneinheiten in einem Neubau, der im Baustil der denkmalgeschützten #Villa und der Korbrennerei angepasst worden ist. Weitere 18 Wohnungen wurden im denkmalgeschützten Teil de Anwesens gebaut. Der Schornstein der alten Brennerei steht noch heute und erinnert an den Traditionsbetrieb.

#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE #VISITGÜTERSLOH #VISITGT #NIEWIEDERISTJETZT