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Neue #Ausstellung in #Berlin: »Stolz und Vorurteil – Juden im Blick«, 28. August bis 17. November 2026
#Köln, #Berlin, 21. August 2026
Wer die Neue Synagoge in Berlin betritt, steht mitten in fremden Leben. 60 Sekunden pro Mensch: Die Kurzfilme von Nico Beyer zeigen jüdischen Alltag in Europa, umgeben von einem Stimmengewölbe. Wer will, spricht an der Speaker’s Corner seinen eigenen Beitrag auf und wird selbst zur Stimme im Raum. Jüdisches Leben in Europa (#JEWLIF) und die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum zeigen die Ausstellung »Stolz und Vorurteil – Juden im Blick« ab dem 28. August 2026, ab 2027 auf Tour durch #Europa.
»Juden sind in Europa seit über 2.000 Jahren im Blick. Gesehen werden sie selten. Seit dem 7. Oktober 2023 kursieren wieder mehr Zerrbilder als Gesichter. Die Ausstellung hält dagegen: mit Gesichtern und Stimmen aus ganz Europa. Wer den Menschen sieht, braucht das Stereotyp nicht mehr«, sagt Andrei Kovacs, Generalsekretär von »Jüdisches Leben in Europa«.
»Woher weiß die #KI, wie Juden aussehen? Woher wissen wir’s? Diese Fragen stellen sich immer dann, wenn der Antisemitismus besonders krass ist. Ein absurder Anlass für eine Ausstellung, und gerade deshalb ein dringender«, so Jonathan Guggenberger, Kurator der Ausstellung.
Gedreht hat die Filme Nico Beyer, Jahrgang 1964, international bekannt aus der #Werbung und #Musikvideo. Er drehte für Mercedes Benz, #BMW und #Nike, für die »Pet Shop Boys« und Suzanne Vega, und gewann in #Cannes #Löwen in Gold und Silber. 1998 lief sein #Kurzfilm »Phantom« auf der #Berlinale. Nach dem 7. Oktober 2023 fragte er mit JEWLIF, was dieselbe Minute kann, wenn sie nichts mehr verkaufen muss. Daraus wurde 60sec.mentsh. Das Credo: viele Bilder statt des einen Bildes von Jüdinnen und Juden. Beyer nennt jeden Film ein kleines Fenster, durch das man in die Welt eines Menschen steigen kann, möglich gemacht durch eine intime Gesprächssituation ohne Interviewatmosphäre.
»Mir ist aufgefallen, dass viele Menschen, die über Juden sprechen, gar keine Juden kennen. 60sec.mentsh schafft eine Plattform, auf der echte Begegnungen möglich werden, von Mensch zu Mensch. Vielleicht lassen sich so Vorurteile und Hass ein Stück weit relativieren«, so Nico Beyer, Regisseur der Kurzfilmreihe »60sec.mentsh«.
In der Ausstellung laufen die Kurzfilme auf Screens zwischen den Metallsäulen der ehemaligen Frauenempore, hörbar nur über Kopfhörer. Mit jedem Schritt durch den Raum wechseln die Stimmen, unter anderen zu hören sind die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch, die Content Creatorin Rosa Jellinek und die #KI Forscherin Daniela Santus. Eine dieser Stimmen kann die eigene sein: An der Speaker's Corner am Ende des Rundgangs spricht man seinen eigenen Beitrag auf, und er kann Teil der Ausstellung werden. Dazu Passagen aus »Below the Surface«, einem Lehrfilm gegen Antisemitismus, an dem Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Siegfried Kracauer zwischen 1945 und 1947 mit dem American Jewish Committee und Hollywood Produzenten arbeiteten. Gedreht wurde er nie. Er scheiterte an genau der Frage, die diese Ausstellung stellt.
Über JEWLIF
Jüdisches Leben in Europa (JEWLIF) stärkt jüdische Stimmen in Europa und arbeitet nach dem Grundsatz handeln statt zusehen. Der Verein sitzt in Köln und wird vom Bundesministerium des Innern auf Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.
28. August bis 17. November 2026, Eröffnung Donnerstag, 27. August 2026, 18 Uhr, Begrüßung Dr. Anja Siegemund, Direktorin der Stiftung. Grußworte Alexander Straßmeir, Staatssekretär für Gesellschaftlichen Zusammenhalt, und Abraham Lehrer, Kuratoriumsvorsitzender JEWLIF, Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, Oranienburger Straße 28 bis 30, 10117 Berlin, ab 2027 Wanderausstellung in weiteren europäischen Städten …
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